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         28.01.2020

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  SO 36

 
 

Das SO36 befindet sich in Berlin-Kreuzberg. Der Name des Clubs stammt von dem gleichnamigen historischen Postzustellbezirk Berlin SO36. 1861 wurde das SO 36 als Biergarten eröffnet. 1930 wurde es zum Kino und in den 60ziger diente das SO36 als Atelier und Supermarkt.

Unter der Leitung von Achim Schächtele, Klaus-Dieter Brennecke und Andreas Rohè  wurde das SO36 als Veranstaltungsort wiedereröffnet. Schon nach wenigen Monaten drohte dem Club der Konkurs. Schächtele erkrankte und Brennecke verkaufte seinen Anteil an Martin Kippenberger. Die drei Besitzer versuchten den Club durch eine Vereinigung aus Punk, New Wave und Kunst, in ein besseres Licht zu rücken. Dies war jedoch ein Schuss ins Leere. Schlimmer noch, ein Streit bei dem die Kritiker die Vereinigung als „ Konsumscheiße“ betitelten, eskalierte am 11. November 1979 in einem Überfall, bei dem die Abendkasse mit 2500 bis 4500 Mark geraubt wurde. Nach diesem Überfall gaben Schächtele, Kippenberger und Rohè das SO36 auf.

Bis 1983 war es unter wechselnder Regie ein Zentrum der Punk- und New-Wave- Szene. 1983 diente der Club kurzzeitig als Hochzeitsaal unter dem Namen „Merherba“, welcher jedoch noch im selben Jahr durch das Bezirksbauamt geschlossen wurde. Kurzfristig zog 1984 die Internationale Bauausstellung in das Gebäude ein. Nachdem jedoch in der Anhalter Straße das Kunst- und Kulturzentrum geräumt wurde, stürmten Sympathisanten die Internationale Bauausstellung, warfen sie hinaus und besetzten das Gebäude.
Dies wurde in den folgenden Jahren von dem Bezirksamt geduldet. So entwickelte sich hier ein Zentrum für die Punk- und Rockszene. Da immer öfter, ausgelöst durch Konzerte, Straßenschlachten vor dem Club ausgetragen wurden, wurde das Gebäude 1987 durch die Polizei geräumt. 1990 wurde der Club renoviert und unter der neuen Trägerschaft der Sub Opus 36 e. V. wieder in Betrieb genommen. 

2009 wurde die Existenz des Clubs durch einen Nachbarschaftsstreit wegen Ruhestörung gefährdet. Der Club bekam die Auflage zur Minderung des Lärms eine Schallschutzmauer zu errichten. Dem kam der Club nach und finanzierte dies aus Benefizkonzerten und Verhandlungen mit dem Bezirk über Kostenübernahme. Ebenfalls im Jahre 2009 gewann das SO36 den „Live Entertainment Award“ als bester Club. Seit 1995 findet immer Sonntags im Club das „Café Fatal“ statt. Hierbei handelt es sich um einen einstündigen Standart-Tanzkurs für Anfänger und Fortgeschrittene. Anschließend legen verschiedene DJs Musik auf. Zudem findet seit 1998 einmal im Monat das „Super sexy Kiezbingo“ statt. Der Event wird von den Tunten Inge Borg und Gisela Sommer moderiert. Die Gewinne werden von lokalen Gewerben gesponsert und der Gewinn der Veranstaltung geht an ein im Voraus ausgewähltes politisches oder wohltätiges Projekt.

Einmal im Monat an einem Samstag gibt es im SO36 eine orientalische und schwul-lesbische Party unter dem Namen „Gayhane“ bei der halbstündlich Shows mit Bauchtänzern oder anderen orientalischen Einflüssen aufgeführt werden. Ebenfalls einmal im Monat wird die Halle zum Flohmarkt mit kostenloser Sozialberatung rund um das Thema Hartz IV.